Startschuss für Saarbrücker Zentrum für Quantentechnologien (QuTe)

Neues Zentrum für Quantentechnologien will Grundlagenforschung mit praktischen Anwendungen verknüpfen –

Ende März 2026 hat das Zentrum für Quantentechnologien (QuTe) an der Universität des Saarlandes (UdS) offiziell seine Arbeit aufgenommen. Bereits im Juni 2025 hatte die saarländische Landesregierung angekündigt, den Aufbau des Zentrums mit über 53 Millionen Euro aus dem Transformationsfonds zu fördern. Zur feierlichen Eröffnung im Innovation Center kamen zahlreiche Vertreter:innen aus Wissenschaft und Politik zusammen, darunter der saarländische Finanz- und Wissenschaftsminister Jakob von Weizsäcker, Universitätspräsident Prof. Dr. Ludger Santen sowie Prof. Dr. Astrid Lambrecht, Vorstandsvorsitzende des Forschungszentrums Jülich (FZJ), das künftig eng mit QuTe kooperieren wird. Zu den Höhepunkten zählten ein Videobotschaft von Bundesforschungsministerin Dorothee Bär sowie ein Festvortrag von Prof. Dr. Rainer Blatt vom Institut für Quantenoptik und Quanteninformation Innsbruck (IQOQI). Den Kick-off des Forschungszentrums griff auch der Saarländische Rundfunk (SR) am 31. März 2026 in seinem „aktuellen bericht“ (ab Minute 21:08) auf.

Ziel von QuTe ist es, gemeinsam mit dem Forschungszentrum Jülich Quantentechnologien, Algorithmen und innovative Softwarelösungen für Quantencomputer zu entwickeln und den Transfer von der Grundlagenforschung in die Anwendung zu stärken. Das interdisziplinäre Team aus Mathematik, Informatik, Ingenieurwissenschaften und Physik, zu dem auch Prof. Dr. Christoph Becher und Prof. Dr. Jürgen Eschner aus dem QR.N-Konsortium gehören, arbeitet dabei in zwei zentralen Bereichen: Quantum Engineering – die Entwicklung praktisch anwendbarer Quantensysteme für Kommunikation, Computing und Sensorik – und Quantum Software mit Fokus auf Quantenalgorithmen und Programmierung. Langfristig eröffnen sich dadurch neue Möglichkeiten etwa in der Materialsimulation, der Medikamentenentwicklung oder der Logistikoptimierung – also überall dort, wo klassische Rechner an ihre Grenzen stoßen.

Im Bereich Quantum Engineering sollen physikalische Grundlagenforschung und anwendungsorientiertes Systems Engineering enger verzahnt werden, um Forschungsergebnisse in alltagsrelevante Anwendungen zu überführen. Geplant ist dafür unter anderem der Ausbau durch zusätzliche Professuren sowie eine enge Kooperation mit dem FZJ, das eine Außenstelle auf dem Saarbrücker Campus eröffnen und seine international anerkannte Infrastruktur einbringen will. 

Auch im Bereich Quantencomputing wird die Zusammenarbeit mit Jülich weiter gestärkt. Unter der Koordination von Prof. Dr. Frank Wilhelm-Mauch werden Forschungsschwerpunkte an der Schnittstelle von Quantensoftware und ‑hardware gebündelt. Insgesamt entsteht so ein breit aufgestelltes Zentrum, das Quanteninformation interdisziplinär von Physik über Informatik bis hin zur Mathematik abdeckt und durch neue Professuren sowie Kooperationen – etwa mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) im Bereich Quantum Artificial Intelligence – weiter ausgebaut werden soll.

Bereits heute leistet QuTe in enger Kooperation mit der international renommierten Informatik an der Universität des Saarlandes einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung von Quantensoftware und ‑algorithmen. Auch künftig sollen hier Lösungen für das Quantencomputing und industrielle Anwendungen entstehen, etwa durch hybride Ansätze, die Methoden des klassischen High-Performance Computing mit denen des Quantencomputings verbinden. Hier gibt es weitere Informationen zu QuTe.

 

        

 

Fotos: Impressionen vom Kick-off des Zentrums für Quantentechnologien.

 

 

Quellennachweise: https://www.uni-saarland.de/aktuell/neues-zentrum-fuer-quantentechnologien‑1–45079.html; https://www.uni-saarland.de/forschen/quantentechnologien.html