Neuer Artikel zu Quantenteleportation veröffentlicht

Frankfurter Allgemeine berichtet über Grundlagen und Schritte auf dem Weg zum zukünftigen Quanteninternet –

Quantennetzwerke haben in den vergangenen Jahren in der Forschung zunehmend an Bedeutung gewonnen. Sie gelten als Grundlage zukünftiger Kommunikationssysteme mit neuartigen Sicherheitsfunktionen, etwa für kritische Infrastrukturen wie Banken, Rechenzentren oder Behörden. Langfristig könnten sie auch die Vernetzung von Quantencomputern und ‑sensoren oder den Aufbau eines Quanteninternets ermöglichen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Quantenteleportation als wichtiges Verfahren der Quantenkommunikation. Um die in den Laboren entwickelten Technologien unter realen Bedingungen zu testen, sind in Deutschland zahlreiche Teststrecken entstanden. Diese sogenannten Testbeds beruhen auf Glasfaserverbindungen und verbinden zumeist Universitäten und Forschungseinrichtungen miteinander. Eine Übersicht der im Rahmen des Schirmprojekts Quantenkommunikation Deutschland (SQuaD) gesammelten Quantenlinks findet sich hier. Über diese dedizierten Teststrecken hinaus ist es inzwischen auch innerhalb kommerzieller innerstädtischer Datennetze möglich, Quanteninformation zuverlässig zu übertragen. Darüber berichtete die Tageszeitung Frankfurter Allgemeine Mitte August 2026. 

Im Mittelpunkt des Berichts steht unter anderem ein gemeinsames Experiment der Universität Paderborn, der Deutschen Telekom und des US-amerikanischen Netzwerkherstellers Qunnect. Den Forschenden gelang es, Quantenzustände über ein rund 30 Kilometer langes Teilstück des Berliner Glasfasernetzes zu übertragen. Damit zeigten sie, dass sich Quantenteleportation auch unter realen Bedingungen bestehender Kommunikationsnetze realisieren lässt. Besonders relevant ist dabei die Möglichkeit, Quanten- und klassische Kommunikationssignale über dieselbe Infrastruktur zu übertragen. Auch bei gleichzeitigem Betrieb herkömmlicher Datensignale konnte eine hohe Übertragungsgüte erreicht werden.

Neben dem beschriebenen Experiment geht es im Artikel auch um Quantenrepeater. Sie gelten als zentraler Baustein für zukünftige Quantennetzwerke. Mithilfe von Quantenteleportation und verschränkten Quantenzuständen sollen sie ermöglichen, Quanteninformation auch über größere Distanzen zuverlässig zu übertragen. Denn anders als klassische Telekommunikationssignale kann Quanteninformation aufgrund der Gesetze der Quantenmechanik nicht beliebig kopiert oder verstärkt werden. Gleichzeitig nehmen die Verluste bei der Übertragung durch Glasfasern mit zunehmender Entfernung zu. Quantenrepeater sollen diese Einschränkungen überwinden, indem sie lange Verbindungen in kürzere Teilstrecken aufteilen und mithilfe verschränkter Zustände den Aufbau von Verbindungen über größere Distanzen ermöglichen.

An entsprechenden Technologien wird weltweit intensiv geforscht, unter anderem im Rahmen des Verbundprojekts Quantenrepeater.Net (QR.N). Ein Beispiel für die Fortschritte auf diesem Gebiet ist eine im November 2025 in Nature Communications veröffentlichte Arbeit von Forschenden des QR.N‑Verbunds aus Stuttgart, Saarbrücken und Dresden. Darin gelang die Teleportation zwischen Photonen aus unterschiedlichen Halbleiterlichtquellen. Mithilfe von Frequenzkonversion konnten die Photonen für die Übertragung auf eine gemeinsame Telekommunikationswellenlänge gebracht werden. Die Ergebnisse zeigen, dass sich unterschiedliche Quellen für zukünftige Quantenkommunikationssysteme miteinander verbinden lassen.

Bis leistungsfähige Quantenrepeater zur Verfügung stehen, wird es voraussichtlich noch einige Jahre dauern. Bis dahin können Quantensatelliten eine wichtige Rolle bei der Übertragung von Quanteninformation über große Distanzen spielen. So wird mit QUBE  II beispielsweise die Übertragung von Quantenschlüsseln zwischen einem Satelliten und einer Bodenstation erprobt. Perspektivisch könnten satellitengestützte Verbindungen mit glasfaserbasierten Quantenverbindungen am Boden kombiniert werden, um Quantennetzwerke über große Entfernungen und schließlich auch über Kontinente hinweg aufzubauen. Damit könnten verschiedene Technologien zusammenwirken, um langfristig die Grundlage für ein globales Quanteninternet zu schaffen.

 

 

Quellennachweise: https://www.faz.net/aktuell/wissen/physik-mehr/lichtquanten-spuken-im-berliner-glasfasernetz-accg-201081639.htmlhttps://arxiv.org/abs/2602.16613https://www.nature.com/articles/s41467-025–65911‑9.pdf