Universität Stuttgart koordiniert anwendungsorientiertes Verbundprojekt

QR.N-Partner wirken bei neuem Forschungsprojekt mit –

Im Rahmen des Forschungsrahmenprogramms der Bundesregierung zur IT-Sicherheit „Digital. Sicher. Souverän.“ fördert das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) Forschung und Entwicklung zum Transfer von Quantenkommunikationssystemen in die Anwendung. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf anwendungs- und endanwenderorientierten Forschungsvorhaben, die zentrale Herausforderungen bei der Integration dieser Systeme in bestehende und zukünftige IKT-Netze adressieren und ihren Einsatz unter realen Bedingungen vorbereiten. Zu den im Januar 2026 gestarteten Projekten zählt auch das von der Universität Stuttgart koordinierte Verbundprojekt „QCyber“, das unter der Leitung von Prof. Dr. Stefanie Barz über drei Jahre mit insgesamt sechs Millionen Euro gefördert wird.

Im Rahmen des Projekts werden neue Ansätze für vernetzte Mehrparteien-Quantenkommunikationsanwendungen erforscht. Während bisherige Quantennetzwerke in der Regel nur zwei Nutzer miteinander verbinden, entwickelt und testet QCyber Anwendungen für Netzwerke mit mehreren Nutzern. Diese gehen über reine Kommunikationsszenarien hinaus und umfassen vielfältige weitere Einsatzmöglichkeiten. Ziel des Projekts ist es, die Praxistauglichkeit der von den Partnern entwickelten Hardware und Software systematisch zu evaluieren und die Sicherheit der Implementierung zu untersuchen. Dabei wird analysiert, wie sich Quantenanwendungen in bestehende Cybersicherheitssysteme integrieren lassen. Hierzu werden fortgeschrittene multipartite Quantenkommunikationsprotokolle untersucht und geeignete Hardwarelösungen für die Nutzung von multipartit verschränkten Quantenzuständen als zentrale Ressource zukünftiger Quantennetzwerke entwickelt. Die Verfahren werden unter realen Bedingungen erprobt. Dafür wird in Stuttgart ein campusweites Fasernetzwerk realisiert, das den Campus Vaihingen mit dem Campus Stadtmitte verbindet. In diesem Netzwerk können Anwendungen mit bis zu sechs Knotenpunkten über Distanzen von bis zu 20 Kilometern getestet werden. Zusätzlich stellt Nokia als assoziierter Partner eine weitere Teststrecke zur Verfügung.

Die im Projekt erforschten Anwendungen eröffnen neue Möglichkeiten, unter anderem ein sicheres quantenbasiertes Verfahren für die Kommunikation zwischen mehreren Nutzern. Dieses könnte insbesondere in der Diplomatie und im Finanzwesen von großem Nutzen sein, da ein hohes Maß an Anonymität gewährleistet werden kann. Eine weitere Anwendung ist das „Quantum E-Voting“. Dabei werden Informationen so verteilt, dass sie nur durch die Zusammenarbeit mehrerer Parteien entschlüsselt werden können – eine Grundlage für künftig überprüfbare, anonyme Wahlen mit maximaler Vertrauenswürdigkeit. Auch sicheres Computing in Netzwerken bildet eine zentrale Voraussetzung für zukünftiges quantenbasiertes Cloud Computing. Mit seinem grundlagenbasierten und zugleich anwendungsbezogenen Forschungsprogramm leistet QCyber einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der technologischen Souveränität im Bereich der künftigen IT-Sicherheit in Deutschland und Europa, so Projektleiterin Stefanie Barz. Hier finden Sie weitere Informationen zum Verbundprojekt.

 

 

Quellennachweise: https://www.uni-stuttgart.de/universitaet/aktuelles/meldungen/Sichere-Quantenanwendungen-fuer-reale-Netzwerke/; https://www.forschung-it-sicherheit-kommunikationssysteme.de/projekte/qcyber