Neuer Artikel zum Quanteninternet erschienen

Frankfurter Allgemeine berichtet über die Vision zukünftiger Quantennetzwerke und die technologischen Herausforderungen auf dem Weg dorthin –

Quantennetzwerke sind in den vergangenen Jahren immer stärker in den Fokus der Forschung gerückt. Sie eröffnen die Perspektive, künftig nicht nur Informationen sicher über große Entfernungen zu übertragen, sondern auch räumlich getrennte Quantensysteme miteinander zu verbinden. Damit könnten sie langfristig die Grundlage für neuartige Kommunikationssysteme bilden und die Vernetzung von Quantencomputern und ‑sensoren ermöglichen. Der Weg zu solchen Netzwerken ist jedoch technologisch anspruchsvoll und erfordert das Zusammenspiel zahlreicher Disziplinen und internationaler Akteure. Mit dem Quanteninternet und den Herausforderungen auf dem Weg dorthin beschäftigt sich auch ein Artikel von Prof. Dr. Jens Eisert von der Freien Universität Berlin, der Anfang September 2026 in der Frankfurter Allgemeinen erschienen ist.

In seinem Beitrag nimmt Eisert die Vision des Quanteninternets zum Ausgangspunkt und beleuchtet, welche technologischen Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssen. Dabei geht es nicht nur um die Frage, wie sich Informationen über große Entfernungen sicher übertragen lassen. Im Zentrum steht vielmehr, wie Quantensysteme über Netzwerke miteinander verbunden werden könnten, um dadurch neue Formen der Kommunikation, Sensorik und Informationsverarbeitung zu ermöglichen. Bis dahin sind jedoch noch zahlreiche wissenschaftliche und technologische Herausforderungen zu lösen. Zwar wurden wesentliche Komponenten und Verfahren der Quantenkommunikation bereits in Experimenten demonstriert, doch aus einzelnen erfolgreichen Demonstrationen entsteht noch kein leistungsfähiges, skalierbares Quantennetzwerk. Entscheidend wird daher sein, die verschiedenen bislang erarbeiteten Bausteine zuverlässig miteinander zu verbinden und unter realistischen Bedingungen über größere Distanzen zu betreiben.

Eine besondere Rolle spielen dabei Quantenrepeater. Sie sollen Quanteninformation perspektivisch über große Entfernungen übertragen, ohne dass vertrauenswürdige Zwischenstationen, sogenannte Trusted Nodes, erforderlich sind. Dafür muss unter anderem Verschränkung über mehrere Netzwerkabschnitte hinweg aufgebaut und erhalten werden. Quantenrepeater verbinden damit eine Reihe der zentralen Herausforderungen der Quantenkommunikation – von der Erzeugung und Speicherung von Verschränkung über die Übertragung von Photonen bis hin zur Fehlerkorrektur.

Auch die deutsche Forschung ist an dieser internationalen Entwicklung beteiligt. So verweist Eisert in seinem Beitrag etwa auf die vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderten Verbundprojekte Quantenrepeater.Net (QR.N) und QuNET. In diesen Forschungsverbünden werden zentrale Grundlagen für zukünftige Quantennetzwerke untersucht – von Photonen und Quantenspeichern über Frequenzkonversion und Quantenrepeater bis hin zu Protokollen, Netzwerkarchitekturen und Sicherheitskonzepten.

Wie ein zukünftiges Quanteninternet konkret aussehen und welche Anwendungen sich daraus ergeben werden, ist heute noch offen. Neben einer sicheren Kommunikation über große Entfernungen könnten insbesondere die Vernetzung von Quantencomputern und die Verbindung räumlich getrennter Quantensensoren neue Möglichkeiten bieten. Gerade diese langfristige Perspektive macht die Entwicklung von Quantennetzwerken zu einem internationalen Forschungsprojekt, bei dem Physik, Mathematik, Informatik und Ingenieurwissenschaften zusammenwirken. Fest steht jedoch: Die Entwicklung leistungsfähiger Quantennetzwerke ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur Realisierung eines Quanteninternets.

 

 

Quellennachweis: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/jens-eisert-was-uns-das-quanteninternet-bringt-accg-201177684.html