Technologie-Roadmap zu Quantentechnologie veröffentlicht

Bundesregierung präsentiert Meilensteine und Ziele in vier Schwerpunktbereichen der Quantentechnologien –

Am 20. Mai 2026 stellte das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) federführend für die Bundesregierung in einer öffentlichen Pressekonferenz die ersten Technologie-Roadmaps der Hightech Agenda Deutschland vor. Diese Strategiepapiere wurden gemeinsam mit den Ländern sowie Akteur:innen aus Wissenschaft und Wirtschaft in monatelangen Abstimmungsprozessen erarbeitet. Erstmals schaffen sie eine konkrete Planungsgrundlage für sechs zentrale Schlüsseltechnologien – darunter Biotechnologie, Künstliche Intelligenz (KI) und Quantentechnologien. Dabei verbinden die Roadmaps technologiepolitische Ziele mit konkreten Meilensteinen, messbaren Indikatoren und benannten Umsetzungspartnern.

Oberstes Ziel der Bundesregierung im Bereich der Quantentechnologien ist es, Deutschland zu einem weltweit führenden Standort für die Entwicklung und Anwendung dieser Technologien auszubauen und damit langfristig technologische Souveränität zu sichern. Dazu sollen konkrete Anwendungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette realisiert werden – von der Grundlagenforschung über die Systemintegration bis hin zur breiten Nutzung in Wirtschaft und Gesellschaft. Die Roadmap zu Quantentechnologie konzentriert sich auf vier Schwerpunktbereiche: Quantencomputing, Quantensensorik, Quantenkommunikation sowie Aus- und Weiterbildung von Fachkräften. Bei der Quantenkommunikation stehen insbesondere die Stärkung und der Ausbau des Innovationsökosystems im Mittelpunkt. Dabei sollen auch die Perspektiven der Endanwender:innen stärker berücksichtigt werden.

Zur Umsetzung der Ziele definiert die Bundesregierung acht Meilensteine für den Zeitraum von 2026 bis 2030, die als Orientierung für die weitere Entwicklung dienen sollen. Für 2026 sind unter anderem die erfolgreiche Inbetriebnahme des zweiten QUBE-Forschungssatelliten sowie der Abschluss der QuNET-Initiative vorgesehen. Letztere gilt als deutscher Forschungsbeitrag zur europäischen EuroQCI-Initiative. Im Jahr 2027 soll eine innovative Vernetzungsplattform für den Technologietransfer im Bereich der Quantenkommunikation starten. Diese soll Akteur:innen innerhalb Deutschlands zusammenbringen und bestehende Synergien besser nutzbar machen.  Für 2028 sieht die Roadmap unter anderem eine zweite Grand Challenge zur Förderung von Nachwuchsgruppen vor. Gleichzeitig sollen zentrale Schlüsselelemente für eine langreichweitige terrestrische Quantenkommunikation entwickelt werden. In diesem Sinne ist für 2028 die erste Technologiedemonstration eines Quantenrepeaters geplant. Bis 2030 sollen sich laut Roadmap Quanteninformationsnetze in Deutschland etabliert haben. Diese sollen gemeinsam mit internationalen Partnern mit Blick auf zukünftige Anwendungsfälle erforscht werden und die gewonnenen Erkenntnisse anschließend in europäische und nationale Standardisierungsprozesse einfließen. 

Weitere Informationen zu den Technologie-Roadmaps stellt die Bundesregierung online zur Verfügung. Darüber hinaus ruft das BMFTR zur Mitgestaltung auf und bittet um Feedback. Dafür wurde für sechs Wochen eine öffentliche Online-Konsultation freigeschaltet. Die Rückmeldungen sollen direkt in die Weiterentwicklung der Roadmaps einfließen.

 

 

Quellennachweise: https://www.bmftr.bund.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/DE/2026/05/htad-tage.html; https://hightech-agenda-deutschland.de/roadmaps/quantentechnologien/